Die besten Steuertipps für Arbeitnehmer

Das Finanzamt erstattet jedem Arbeitnehmer durchschnittlich 823 Euro.
Allerding beanspruchen es nur die wenigsten, da die meisten keine Steuererklärung machen. Wie kommt man denn an dieses Geld?

Die Bürger Deutschlands werden wie Zitronen ausgepresst. Es gibt jährlich den „Steuerzahlergedenktag“. Erst ab dann arbeiten die Arbeitnehmer für sich selbst. Die vorherige Leistung des Jahres ging rechnerisch komplett für Sozialabgaben bzw. Steuern drauf – So nach einer Studie des Steuerzahlerbunds.

Doch die Steuerzahler sind sehr großzügig und geben jährlich dem Fiskus etwa eine halbe Milliarde Euro zu viel gezahlte Steuer. Warum? Entweder geben sie ihre Steuererklärung gar nicht ab oder vergessen relevante Abzugposten.

Dabei sind steuerzahlerfreundliche Urteile in aller Munde. Ob es die Pendlerpauschale ist, Arbeitszimmer oder doppelte Haushaltsführung. Arbeitnehmer und Jobsuchende können viele Ausgaben als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Steuerpflichtige bekommen im Schnitt 823 Euro erstattet, laut statistischem Bundesamt. Allerdings lohnt sich das nur, wenn der Arbeitnehmerpauschbetrag mehr als 1000 Euro pro Jahr beträgt. Dieser wird jedoch schnell überschritten, wenn der Arbeitnehmer die Ausgaben für Computer, Pendlerpauschale, Arbeitszimmer, Fortbildung, Bewerbung, Dienstreisen etc. geltend macht.

Steuertipps für Fahrtkosten


Das Finanzamt sponsort den Weg zur Arbeit. Die Kosten sind unabhängig vom Verkehrsmittel pauschal steuerlich abziehbar.

  1. Pauschal gesteuert
    Pendler dürfen ihre Entfernung zur Arbeit mit 30 Cent pro Kilometer steuerlich absetzen. Das gilt ab dem ersten Kilometer. Es werden bei einer 5-Tage-Woche 220 bis 230 Fahrten anerkannt, bei 6 Tagen 260 bis 280 Fahrten (Abzüglich der Urlaubs- und Krankheitstage). Bei 15 Kilometer fahrt kommen schon 1035 Euro auf und dies überschreitet damit die Arbeitnehmerpauschale von 1000 Euro.
  2. Günstig pendeln
    Wer mit dem Pkw beruflich pendelt, muss nicht die kürzeste Route nehmen, sondern darf die schnellste Verbindung ansetzen, selbst wenn es eine längere Strecke ist, sofern diese „offensichtlich verkehrsgünstiger“ ist.
  3. Per pedes
    Die Pendlerpauschale gilt für alle Arbeitnehmer. Es ist egal welche Transportmittel man verwendet. Selbst wenn man zu Fuß geht kamm man es geltend machen.
  4. Der Limit
    Als Mitfahrer darf man jedoch maximal 4500 Euro im Jahr absetzen. Nur mit seinem eigenem Auto dürfen die Kosten unbegrenzt geltend gemacht werden. Als Nachweis sollten Pender den Kilometerstand am Anfang des Jahres, sowie am Ende von einer Werkstatt dokumentieren lassen. Wer mit den öffintlichen Verkehrsmitteln fährt, sollte auf jeden Fall die Kostenbelege sammeln.
  5. „Eine“ Arbeitsstelle
    Ein Arbeitnehmer darf höchstens eine Arbeitsstätte pro Arbeitsverhältnis haben. Das bedeutet, dass jeder Weg zu einem anderen Arbeitsort kann als Dienstreise geltend gemacht werden (Dienstreisepauschale 30 Cent pro Kilometer).
  6. Taxifahrten
    Sollte das Auto in der Werkstatt repariert werden, ist es akzeptabel als Arbeitnehmer gelegentlich mit dem Taxi zur Arbeit zu fahren. Diese Kosten sind in dem Fall auch absetzbar.
  7. Nicht richtiger Sprit
    Reperaturkosten, die dadurch entstehen, dass das eigene Fahrzeug falsch betankt wird, kann zusätzlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.
  8. Flüge etc.
    Wer mit dem Flugzeug oder Fähre zur Arbeit kommt, kann die Aufwendungen in nachgewiesener Höhe als Werbungskosten absetzen. Die Reisekosten dürfen jedoch nicht 4500 Euro übsteigen.

Steuertipps für Arbeitsmittel


Laptop, Büromöbel und auch Fachbücher werden anerkannt, solange die beruflichen Zwecken dienen.

  1. Mittel einsetzen
    Als Arbeitnehmer kann man mit Werbungskosten die Steuerlast drücken. Unter Anderem auch mit Arbeitsmittel: Das sind Aufwendungen, die rein beruflich eingesetzt werden, wie Bürobedarf, z.B. Schreibmaterial, Aktentaschen, Taschenrechner, Papierkorb, Diktiergerät, Kopierer, Fax, Fachbücher, Notebook, PC, Maus, Tastatur, Büromöbel (oder auch der Flügel von Kavierlehrern), Schreibtischlampen, Werkzeuge und Berufskleidung.
  2. Belege bereithalten
    Wenn die Arbeitsmittel zu mindestens 90 Prozent beruflich eingesetzt werden, kann man diese in voller Höhe als Werbungskosten abrechnen. Meistens reicht die Vorlage der Belege und der Ansatz in der Anlage N der Steuererklärung aus. Wenn es weniger sind, kommen zumindest 50 Prozent der Kosten zur geltung. Aufwendungen für berufliche Anschaffungen sind bis zu 487,90 Euro (mit Mehrwertsteuer) sofort absetzbar. Wenn der Preis darüber liegt, müssen die Gegenstände monatsgenau über die Nutzungsdauer (Computer drei Jahre/Handy fünf Jahre) verteilt abgeschrieben werden.
  3. Ohne Nachweis
    Einige Finanzämter erkennen Aufwendungen für Arbeitsmittel bis 110 Euro ohne Nachweis als Werbungskosten an.
  4. Verbindung
    Wenn der Arbeitnehmer sein privates Telefon- und Internet- Anschluss auch beruflich nutzt, kann man den Fiskus an den Kosten beteiligen. Ohne den beruflichen Anteil nachzuweisen, können 20 Prozent der monatlichen Rechnungen, maximal 20 Euro, als Werbungskosten abgesetzt werden. Mit Nachweis werden auch höhere Kosten anerkannt.
  5. Vorfahrt
    Das gilt auch für Autos. Wenn der Pkw zu mindestens 90 Prozent beruflich genutzt wird, können sämtliche Fahrzeugkosten als Arbeitsmittel steuerlich geltend gemacht werden.
  6. Für Leseratten
    Fachliteratur, die überwiegend beruflichen Zwecken dienen, können in voller Höhe als Werbungskosten abgerechnet werden. Bei Büchern die teilweise privat und beruflich genutzt werden können die Kosten auch teilweise abgesetzt werden.
  7. Computer und weiteres
    Bei Computern kann von der 90/10 – Regelung abgewichen werden. Vorraussetzung ist, dass belegt werden kann, wie oft der PC, Notebook, Tablet oder Smartphone tatsächlich beruflich genutzt wird:
    – Es genügen gute Argumente, die den Umfang der beruflichen Nutzen schlüssig und glaubhaft darlegen.
    – Als Einzelfallnachweis reicht eine repräsentative Aufzeichnung über einen Zaitraum von drei Monaten, die dann für die Folgemonate übernommen wird.
    – Wenn das Berufsbild zur Computerarbeit passt, akzeptiert der Fiskus auch ohne Nachweis einen Nutzungsantteil von 50 Prozent.

Steuertipps für Arbeitszimmer


Wann kann ich ein Home-Office von der Steuer absetzen und wann nicht? Häufiger Streitpunkt!

  1. Begrenzung
    Als Arbeitnehmer oder Jobsuchender kann ein häusliches Arbeitszimmer (Miete, Ausstattungskosten, Versicherungsbeträge, Steuer) einen begrenzten Abzug, bis zu 1250 Euro im Jahr steuerlich geltend machen, wenn man für die Tätigkeit nirgendwo sonst einen Arbeitsplatz zur Verfügung hat. Ist das Home-Office dagegen Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit, ist der Aufwand für das Arbeitszimmer in vollem Umfang abzugsfähig.
  2. Für Lehrer und co.
    Den begrenzten Abzug (1250 Euro) gibt es für Lehrer ohne eigenen Schreibtisch in der Schule, die den Unterricht vor- und nachbereiten, Mitarbeiter im Außendienst, die in der Firma ihre Reiseberichte oder Abrechnungen nicht erstellen können, aber auch für Arbeitnehmer mit einer selbstständigen Nebentätigkeit sowie für Architekten oder Krankenhausärzte. Der BFH prüft (Az. VI R 53/12), ob ein Lehrer-Ehepaar den Höchstbetrag von 1250 Euro doppelt bekommt, da er personen-, nicht objektbezogen ist.
  3. Die Möbel
    Ein Arbeitszimmer muss zwecksgemäß eingerichtet sein. Absetzbar sind kosten für Schreibtisch, Regal, Stuhl, Computer. Auch Bilder, Kunst, Deckenleuchte, Gardine und Teppiche sind absetzbar. Der Raum darf angemessen, muss aber nicht spartanisch ausgestattet sein. Nicht absetzbar sind Fernsehgeräte, Kühlschränke und Betten. Wichtig: Selbst wenn ein Arbeitszimmer steuerlich nicht anerkannt wird, sind Arbeitsmittel immer als Werbungskosten abziehbar.
  4. Eigenheim
    Wenn das Arbeitszimmer in einer selbst genutzten Immobilie liegt, kann der Eigentümer anzeilig Aufwendungen für die Instandsetzung und Modernisierung des Hauses oder der Wohnung steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Daneben sind auch anteilig Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Hauswart, Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen für Anschaffungs- und Renovierungsdarlehen, Reinigung, Rechtschutzversicherung sowie Beiträge zum Haus- und Grundbesitzerverein absetzbar.
  5. Neue Regelungen
    Teilen sich mehrere Mitarbeiter einen sogenannten Pool-Arbeitsplatz im Büro, darf man die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bis zu 1250 Euro absetzen. Ein Büro im Obergeschoss eines Zweifamilienhauses gilt als häusliches Arbeitszimmer. Damit können Freiberufler die Kosten nur begrenzt in Höhe von 1250 Euro steuerlich geltend machen (BFH, Az. VIII R 7/10).

Steuertipps für Doppelten Haushalt


Ein Zweitdomizil am Arbeitsort belastet das Familienbudget. Wann man Zuschüsse erwarten kann.

  1. Abzug
    Die mit einem Zweitdomizil am Arbeitsort verbundenen Kosten können mit dem Fiskus geteilt werden. Absetzbar sind Fahrt- und Umzugskosten, die Miete und für die ersten drei Monate Verpflegungsmehraufwendungen. Dazu sind auch Renovierungskosten, die Zweitwohnsteuer und Maklergebühren mit Einrichtungskosten für nicht Luxusgegenstände absetzbar.
  2. Bonus für Öko

    Arbeitnehmer dürfen die Entfernungspauschale (30 Cent) für eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung auch dann in Anspruch nehmen, wenn keine Kosten entstanden sind. Dieser Vorteil ist vom Gesetzgeber für umwelt- und verkehrspolitische Zwecke gewollt.
  3. 1000 Euro Limit
    Die größe der Wohnung ist zwa unbegrenzt. Steuerlich anerkannt werden jedoch nur Mietkosten, die denen für eine durchschnittliche 60-Quadratmeter-Wohnung am Arbeitsort entsprechen. Es sind gegen Nachweis also bis zu 1000 Euro absetzbar. Wer am Arbeitsort eine Immobilie kauft, kann auch nur die 1000 Euro monatlich geltend machen. Zusätzlich können Ausgaben für Reperaturen, Abschreibungen, laufende Betriebskosten sowie Schuldzinsen abgesetzt werden.
  4. Doppelleben
    Wer aus privaten Gründen vom Arbeitsort weg- und zum Ehepartner oder Lebensgefährten hinzieht, kann die Kosten einer zweiten Wohnung am Arbeitsort steuerlich absetzen (BFH, Az. VI R 47/09).
  5. Heimvorteil
    Auch wenn erwachsene, wirtschaftlich unabhängige Arbeitnehmer am Heimatort zusammen mit ihren Eltern einen Haushalt haben, können sie Werbungskosten für einen doppelten Haushalt am Arbeitsort absetzen. Nutzen sie die Wohnung am Arbeitsort nur als Schlafstätte, muss der Fiskus die Aufwendungen wie Zweitmiete, Verpflegungskosten und Heimfahrten anerkennen (BFH, Az. VI R 46/12). Ein Single muss sich aber nachweislich an den Kosten der Haushaltsführung beteiligen – und zwar mit mehr als zehn Prozent der monatlichen Auslagen (Miete, Lebensmittel usw.).

Steuertipps für Reisekosten


Wer geschäftlich unterwegs ist, kann beim Fiskus für’s Essen, die Fahrt und Unterkunft sparen. Seit 2014 gibt es neue Regeln bei den Abrechnungen.

  1. Einfacher ist teuerer
    Die neuen, seit 2014 geltenden Regeln zum steuerlichen Reisekostenrecht entlaster, Arbeitnehmer, – Geber und Finanzverwaltung. Allerdings wird es oftmals auch teurer.
  2. 8 Stunden Diät
    Bei Dienstreisen und deren Verpflegungspauschalen gibt es eine zweistufige Regel: Bei eintägigen Dienstreisen im Inland wird ein Pauschbetrag ab einer Abwesenheitsdauer von 8 Stunden gewährt – und zwar 12 Euro. Die bisherige dreigeteilte Staffelung ab 8 Stunden Abwesenheit 6 Euro, ab 14 Stunden 12 Euro, bei 24 Stunden Abwesenheit 24 Euro entfällt. Bei mehrtägigen Dienstreisen im Inland gibt es am An- und Abreisetag eine Pauschale von 12 Euro ohe zu Prüfen einer Mindestabwesenheitszeit. Dadurch kommen auch Reisende, die unter 8 Stunden unterwegs sind, in den Genuss des Geldes. Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden gilt auch weiterhin die Pauschale von 24 Euro. Reisende, die weniger als 8 Stunden eintägig beruflich unterwegs sind, gehen jedoch leer aus.
  3. Zielgerichtet zur Arbeit
    Seit 2014 gibt es keine regelmäßige Arbeitsstätte, sondern eine „erste Tätigkeitsstätte“. Diese wird von Arbeitgeber oder Finanzamt festgelegt. Der Arbeitgeber kann also bestimmen, wo der Arbeitnehmer schwerpunktmäßig seine Arbeitsleistung erbringt. Das bedeutet, dass man die Fahrt zwischen WOhnung und erster Arbeitsstätte lediglich mit der Entfernungspauschale steuerlich geltend machen kann. Wenn eine exakte Zuordnung im Arbeitsvertrag fehlt, stellt der Fiskus darauf ab, ob der Arbeitnehmer eine bestimmte betriebliche Einrichtung typischerweise an jedem Arbeitstag aufsucht oder dort je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage tätig wird oder mindestens ein Drittel der vereinbarten Arbeitszeit verbringt. Dafür gelten Fahrten zu anderen Dienststellen als zur „ersten Tätigkeitsstätte“ als Auswärtstätigkeiten und sind mit den höhren Reisekostensätze abrechenbar.
  4. Viel mehr Auswärts

    Die Kassen klingeln also erst recht bei Auswärtstätigkeiten. Profitieren können Unternehmensberater, Verkäufer, Außendienstmitarbeiter und noch viele weitere. Warum? Höhere Reisekosten wie die Dienstreisepauschale, Verpflegungspauschale und anfallende Übernachtungskosten sind abziehbar. Um eine Auswärtstätigkeit handelt es sich, wenn der Arbeitnehmer zu einer Dienststelle reist, die außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte liegt. Der Fiskus gewährt die Verpflegungspauschalen jedoch erst dann, wenn der Arbeitnehmer mindestens acht Stunden dort verbringt. Wenn er mit dem Aut0 zur Arbeit fährt, darf er alle 30 Cent pro gefahrenen Kilometer als Werbungskosten bei der Steuer absetzen, also nicht nur die einfache Strecke wie bei der Penderpauschale zur „ersten Tätigkeitsstätte“. Das bringt jede Menge Steuerersparnis.
  5. Doppelter Haushalt

    Wer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhält, kann Kosten für Miete am Arbeitsort, Heimfahren und Arbeitsweg, und auch Umzugs- und Renovierungskosten sowie Verpflegungsmehraufwendungen für die ersten drei Monate steuerlich absetzen. Bisland gab es eine Obergrenze für den Abzug der Mietkosten (auch beim Erwerb einer Immobilie) der ortsübliche Durchschnittpreis einer 60 Quadratmeter großen WOhnung. Künftig muss der komplizierte Durchschnitssmietzins nicht mehr ermittelt werden, abziehbar sind die nachgewiesenen Kosten bis zu maximal 1000 Euro im Monat.
  6.  Chefessen
    Wenn man Fortbildungsveranstaltungen, Seminare, Tagungen oder Verkaufsveranstaltungen aus Berufsgründen besucht und auf Kosten der Arbeitsgebers Essen bekommt, muss die kostenlosen oder vergünstigten Mahlzeiten als geldwerten Vorteil versteuern. Seit 2014 dürfen diese Mahlzeiten nur noch mit dem sogenannten Sachbezugswert versteuert werden. Der maßgebende Wert, ob der Sachbezugswert oder tatsächliche Wert zu versteuern ist, liegt jetzt aber bei 60 Euro (bis dahin war dieser 40 Euro).

Steuertipps für Fortbildung


Das Finanzamt unterscheidet zwischen Aus- und Fortbildungskosten. Die Vorsible entscheider über die Höhe des Steuerabzugs.

  1. Achtung Vorsilbe!
    Fortbildungskosten sind Aufwendungen des Arbeitnehmers, um sich in einer bereits ausgeübten Beruf auf dem Laufenden zu halten oder sich weiterzuqualifizieren. Hierzu gehören auch Vorbereitungen für den Wiedereinstieg in den Job nach einer längeren Pause, sowie Umschulungen und Zweitausbildungen (auch ein Studium). Ausbildungskosten sind dagegen Ausgaben, um einen erstmaligen Berufsabschluss (Studium/Ausbildung) zu erreichen.
  2. Der Unterschied

    Als Arbeitnehmen kann man die Aufwendungen für eine berufliche Fortbildung voll als Werbungskosten geltend machen. Erstausbildungskosten sind dagegen Ausgaben der privaten Lebensführung und nur begrenzt bis zu 6000 Euro im Jahr als Sonderausgaben abziehbar. Außerdem: Sonderausgaben bringen nur Steuervorteile, wenn im selben Jahr auch Einkommen über dem Existenzminimum erzielt wird. Stundenten haben dies meist nicht, sodas die Kosten völlig unberücksichtigt bleiben. Wenn Erstausbildungskosten Werbungskösten wären, könnten diese Kosten als steuerlicher Verlust festgestellt und mit späteren Einkommen verrechnet werden.
  3. Belege immer sammeln
    Als Steuerpflichtiger sollte man immer alle Quittungen sammeln und die Nachweise der Steuererklärung beilegen. Ohne Probleme abzuziehen sind Seminar- und Reisekosten, aber auch Stundengebühren sowie Fahrtkosten zum Ausbildungsort, Fachbücher und andere Arbeitsmittel.
  4. Erststudium
    Auch als Student sollte man seine Aufwendungen für ein Studium als Werbungskosten geltend machen. Gegen ablehnende Bescheide kann man Einspruch einlegen. Mit dem Hinweis auf das Aktenzeichen kann man das Ruhen des Verfahruns beantragen. Für Stundenten mit Fahrtkosten zur Bildungseinrichtung hat der BFH bereits ein erfreuliches Urteil gefällt: Wer mit dem Pkw fährt, kann pauschal 30 Cent pro gefahrenen Kilometer absetzen, also doppelt so viel wie mit der sonst üblichen Entfernungspauschale.
  5. Akademischer Grad

    Wenn man ein Studium an einer Akademie oder Fachschule anders al an Universitäten, Hochschulen oder Fachchochschulen nicht mit der Verleihung eines akademischen Graden abschließt, zählt die Bildungsmaßnahme als Fortbildung. Folge: Aufwendungen sind in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar.
  6. Zweitstudium
    Die Kosten für ein Studium nach einem Erststudium oder nach dem Abschluss einer Berufsausbildung erkennt der Fiskus als voll absetzbare Werbunskosten an. Die Vorraussetzung ist: Das Studiu, steht in einem hinreichend konkreten Zusammenhang mit künftigen Einnahmen aus der anstrebenden Tätigkeit. Bislang akzeptierte der Fiskus ein Aufbaustudium nur, wenn die im Erststudium erwobenen Kenntnisse ergänzt wurden. Neuerdings erkennt er aber auch einen Berufswechsel an.
  7. MBA-Studium
    Beim Studium zum Master of Business Administration handelt es sich um einer Fortbildung. Der Fiskus erkennt die Kosten in voller Höhe an, weil speziellens Wissen vermittelt wird, das mit dem Beruf in engem Zusammenhang steht. Für den Werbungskostenabzug spielt es keine Rolle, ob das MBA-Studium unmittelbar nach dem Erststudium oder erst nach der Berufstätigkeit aufgenommen wird. Gleiches gilt für das Studium Master of Laws.
  8. Umschulung
    Auch die Kosten für eine Umschulung zu einem neuen Beruf oder für eine Zweitausbildung gelten als Forbildung, Ebenso die Promotion im Anschluss an ein Erststudium. Die Aufwerndungen dafür sind in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar, sofern ein berufsbezogener Zusammenhang vorliegt.
  9. Sprachkurs
    Die Kosten für Sprachkurse sind als Werbungskosten absetzbar, wenn die Kenntnisse beruflich erforderlich sind. Bei einem sowohl beruflich als auch privat motivierten Sprachkust im Ausland sond zumindest die objektiv schätzbaren Kosten steuerlich abzugsfähig. Ein Arbeitnehmer konnte so anteilig seine Reisekosten absetzen, obwohl er private Urlaubstage an die Fortbildung drangehängt hatte.